„Hunderte Stunden Führungszeit pro Jahr einsparen“

Gabriele Horcher im Gespräch mit Peter Gentsch, CEO Aiconiq.io

Wie muss man sich die Corporate Brain KI-Lösung als Basis der Enterprise-KI-Infrastruktur bzw. von KI-Agenten vorstellen?“

Peter Gentsch: „Autonom agierende KI-Agenten können erst dann richtig handeln und dem Unternehmen wirklich Nutzen bringen, wenn sie auf unternehmensspezifisches Organisations-, Prozess- und Entscheidungswissen zugreifen – und nicht auf Allgemeinwissen. Unser innovativer Ansatz für Agentic AI basiert darum auf einem unternehmensindividuellen Corporate Brain als der Schaltzentrale. Dieses Corporate Brain ist gleichsam das KI-Hirn des Unternehmens. Es hält das gebündelte Unternehmenswissen aktuell, valide und sicher, und es befähigt die KI-Agenten, mit maximaler Produktivität und Effektivität im Unternehmen zu arbeiten. Das eigene Corporate Brain wird zum Gamechanger – es kontrolliert zukünftig die Wertschöpfung einer Organisation.“

Gibt es für Organisationen, die jetzt den ersten Schritt machen möchten – aber vielleicht nicht sofort das gesamte Unternehmenswissen in ein Corporate Brain überführen wollen – einen geeigneten Zwischenschritt?

Peter Gentsch: Es ist absolut sinnvoll, das Unternehmenswissen in Teilschritten zu sammeln und das Corporate Brain nach und nach zu trainieren. Es ist wichtig, solch ein Projekt nicht zu überfrachten. Außerdem ist die Akzeptanz und Mitwirkung der Mitarbeitenden deutlich höher, wenn sich auch die oberste Führungsebene beteiligt. Es muss beim KI-Einsatz auch nicht immer zuerst um Bereiche wie ERP, Sales oder Customer Service gehen. Zurzeit setzen wir auch Projekte um, bei denen wir zunächst digitale Versionen von CEOs schaffen – das heißt: wir überführen deren Wissen, auch das implizite, in ein Co-Brain. Mit unserer Technologie können wir sie aber zu kognitiven Systemen entwickeln, die in der Lage sind, Entscheidungslogiken von Führungskräften zu operationalisieren und skalierbar verfügbar zu machen.“

Während Ihre Corporate Brain KI-Lösung im Idealfall das Wissen eines gesamten Unternehmens zugänglich macht, geht es Ihnen beim Co-Brain um das Wissen im C-Level?

Peter Gentsch: Ja, so lässt sich das beschreiben. Das Prinzip ist dasselbe. Das Co-Brain oder auch Personal Co-Brain trainieren wir natürlich genauso mit dem wertvollen impliziten Wissen der Person – auch hier ist die Tacit Knowledge KI-Integration unverzichtbar. Auf diese Weise können wir beispielsweise eine Executive AI schaffen, als einen Sparringspartner für das Management, der strategische Entscheidungen vorbereitet, simuliert und in Echtzeit weiterentwickelt. Aus einem reinen Datenmodell wird eine aktive Entscheidungsinstanz, aus klassischem Reporting entsteht operative Steuerung, und aus einem isolierten Tool entwickelt sich ein organisationales Denksystem.

Unser Co-Brain kann die Vorbereitungszeit für strategische Entscheidungen um 30 bis 60 Prozent reduzieren und hunderte Stunden Führungszeit pro Jahr einsparen. Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in der Konsistenz: Entscheidungslogiken werden über Teams und Organisationen hinweg vereinheitlicht. Durch solch ein Co-Brain entsteht eine neue Qualität von Führung, die erstmals systemisch skalierbar ist. KI unterstützt dabei nicht mehr nur Entscheidungen, sondern wird selbst zu einem integralen Bestandteil der Entscheidungsstruktur.

Mein eigenes Co-Brain ist übrigens zu finden unter https://hk.aiconiq.io/